Der Strand von Kalutara

Der Sand am Strand von Kalutara hat eine interessante Farbe, die ich am ehesten als orange beschreiben würde. Baden war ich dort jedoch nicht, warum und was man sonst so an diesem Strand erleben kann, möchte ich Dir hier erzählen.

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Baden am Strand von Kalutara?

Bei beiden Aufenhalten in Sri Lanka habe ich für die Zeit in Kalutara das Hotel Royal Palms Beach gewählt. Entlang des Strands liegen jedoch noch viele weitere wie das Tangerine Beach, direkt neben dem Royal Palms. Ein anderer Tourist hat meinem Mann und mir auch einmal das Mermaid Hotel empfohlen. All diese Hotels verfügen auch über einen oder mehrere Pools und einen direkten Strandzugang. Jedes Hotel hält den Bereich des Strands vor der Hotelanlage sauber. Ohne dieses Personal würde es dort nämlich recht schnell sehr verdreckt aussehen. Der Strand von Kalutara ist aus mehreren Gründen nicht unbedingt geeignet zum Baden:

  1. Die Strömung ist meistens stark bis sehr stark.
  2. Nach der Regenzeit wird viel braune Erde vom Fluss Kalu ins Meer gespült. Dadurch wirkt das Wasser besonders dreckig.
  3. Am Strand wird täglich viel Müll angespült, was auf einige Abfälle im Wasser schließen lässt.
Oststrand Sri Lanka
Weißer Badestrand im Osten Sri Lankas

Ich habe aber auch schon Personen getroffen, die dort im Meer baden waren. Das machen aber die wenigsten und man muss danach aber auf jeden Fall duschen. Wer in Sri Lanka im Meer baden möchte, fährt mindestens bis Bentota oder gleich nach Jaffna im Norden oder in den Osten der Insel. Bei einem Badeurlaub so nah am Äquator darf man auf keinen Fall die Sonne unterschätzen. Während der Zeit, die ich im Osten an weißen Strände verbracht habe, hab ich wirklich schmerzhaft aussehende Sonnenbrände gesehen.

 

 

 

Kleiner Tipp zur schnelle Hilfe bei Sonnenbrand: Im Hotel oder Einheimischen nach einem großen Blatt Aloe Vera fragen und das Gel im Inneren auf die Haut auftragen. Dazu muss man das Blatt der Länge nach halbieren und mit der Innenseite auf der Haut entlang streifen. Meiner Erfahrung nach lindert das die Verbrennung um mindestens 50% und wirkt viel besser als alle Cremes und andere Packungen.

Menschen am Strand von Kalutara

Menschen am Strand von Kalutara
Menschen am Strand von Kalutara & die Anziehungskraft von Drohnen

Auch wenn nicht besonders viele Touristen im Meer baden gehen, nutzen doch einige den Strand für Spaziergänge. Dort wird man leider auch immer von sogenannten Beach Boys angesprochen. Dabei sollte man aber nicht an junge Surfer mit Perl-Weiß-Lächeln denken. Beach Boys sind viel mehr Einheimische, die versuchen Dienstleistungen oder Produkte an Touristen zu verkaufen. In den meisten Fällen geht es um Touren, manchmal auch um Muscheln (der Import nach Deutschland ist verboten!) oder geschnitzte Figuren. Die Frauen der Männer wollen Tücher oder andere Textilien verkaufen. Jedes Gespräch beginnt mit „Where are you from?“. Das Problem ist, dass das immer die Einstiegsfrage ist, auch wenn nichts verkauft werden soll und es wirklich nur ein nettes Gespräch werden soll. Einige Beach Boys kann man schon aussortieren, wenn man angibt schon mehrfach in Sri Lanka gewesen zu sein. Im Prinzip kann ich aber nur raten, möglichst immer nett zu sein, aber sehr bestimmt Angebote abzulehnen. Bei der Vermittlung der Ablehnung muss man aber schon sehr geduldig sein. Mit einem einfachen „Nein, danke“ ist es leider meist noch nicht klar. Wahrscheinlich, weil es doch immer wieder Touristen gibt, die aus Mitleid oder anderen Gründen nach ein oder zwei Mal Ablehnung doch noch einer Tour zusagen. Bedenke auch, dass die Fragen einstudiert sind und das Englisch bei vielen Beach Boys darüberhinaus deutlich holpriger wird.

Fischer am Strand von Kalutara

Krebse fangen am Strand von Kalutara
Krebse fangen am Strand von Kalutara

In Kalutara und anderen Orten in Strandnähe verdienen viele Menschen ihr Geld mit dem Verkauf von Fisch. Zum Fischen fahren sie sehr früh mit einer Art Katamaran aufs Meer und sind zurück, bevor es wirklich heiß wird. Als ich an einem Tag mit meinem Mann den Strand vom Royal Palm Beach Richtung Süden entlang ging, mussten wir zunächst einige der Beach Boys abschütteln. Südlich des Royal Palms sind bislang keine Hotels gelegen und so findet man dort auch keine Beach Boys mehr. Kurz darauf wurden wir aber von einem älteren Mann angesprochen. Wir waren wieder fest entschlossen, alle kommenden Angebote abzulehnen, aber er versicherte immer wieder, er wollte nichts verkaufen. Es stellte sich heraus, dass er Fischer ist.

Er lief mit uns bis zur Landzunge, von der aus man den großen Tempel von Kalutara sehen kann. Auf dem Weg erzählte er uns viel über seine Arbeit und die Folgen des Tsunamis 2004. In Kalutara verloren damals viele ihr Leben oder ihr Haus. Die Boote der Fischer gingen zu Bruch oder waren nicht mehr aufzufinden. Tiere, die überlebten, verloren ihre Halter und ihr Zuhause. Einige Hunde lebten lange auf der Straße. Davon abgesehen ist es aber auch nicht unüblich, Tiere tagsüber auf der Suche nach Futter umherschweifen zu lassen. Wachhunde werden jedoch meist hinterm Haus an der Kette gehalten und nur nachts davon abgemacht, um Garten und Haus zu schützen.

Der Fischer zeigte uns Pflanzen und deren Früchte, die man essen kann. Außerdem erklärte er uns ein Spiele der Kinder mit etwas, das an eine flache Kastanie erinnert. Wir haben von ihm auch gelernt, woran man erkennt, wo sich Krebse eingegraben haben und wie man sie fängt. Er konnte uns zu jedem Haus sagen, wer dort wohnt und wo Deutsche investiert haben. Für einen kleinen Abstecher verließen wir den Strand und schauten uns die örtliche Schule an. Auch dort waren noch Risse im Mauerwerk zu erkennen, die an den Tsunami erinnerten.

Naiv wie wir waren, sind wir ohne Schuhe aufgebrochen. Nach einigen Schritten auf trockenem Sand fühlte es sich an, als würde ich auf heißen Herdplatten laufen. Zum Glück lieh mir der Fischer seine Flipflops. Sonst hätte ich mir die Füße definitiv verbrannt. Wirklich unfassbar wie heiß der Sand wird!

Die Landzunge zwischen dem Fluss Kalu und dem Meer

Auf der Landzunge angekommen, erklärte er uns, dass das Waldstück dort für den Verkauf von Drogen und verbotene Treffen genutzt wird. Junge Pärchen, die sich eigentlich nicht treffen dürfen, verabreden sich dort. Eigentlich ist vor der Hochzeit in Sri Lanka nichts erlaubt. Küssen und Händchen halten ist aber generell auf der Straße unüblich bis tabu. Als der Tsunami die Küste von Sri Lanka traf, waren wohl auch einige Jugendlich in diesem Waldstück. Einige versuchten, sich in die Baumkronen zu retten, viele starben jedoch. Zugegeben auf den Bilder sieht der Wald einfach nach tropischem Dschungel aus. Tatsächlich liegt dort aber viel Müll, es riecht komisch und an einigen Stellen kann man Unterwäsche finden. Der Wald liegt direkt am öffentlichen Strand Kalido Beach oder Calido Beach.

Etwas südlicher davon – dazwischen ist Wasser – befindet sich ein weiteres recht bekanntes Hotel: Das Anantara Kalutara Restort. Es liegt an einer Art Lagune, was sich aber deutlich schöner anhört, als es ist. Der Bereich bildet den Übergang vom Fluss zum Meer und ist zum Baden nicht empfehlenswert. Das Hotel an sich kenne ich aber nicht.

Insgesamt sind wir nur ca. 3 km gelaufen, waren aber total geschafft und mussten für den Rückweg ein Tuk Tuk heranwinken. Es war aber in jeden Fall ein toller Ausflug und ich bin sehr froh, dass wir diesen netten Mann getroffen haben. Ich kann Dir nur raten, offen für die Menschen dort zu sein, auch wenn einige wirklich anstrengend sind.

Landzunge in Kalutara zwischen dem Meer und dem Fluss Kalu
Landzunge in Kalutara zwischen dem Meer und dem Fluss Kalu

Januar 2019