Fahrer in Sri Lanka: Empfehlungen & Tipps

Meine Erfahrungen mit Fahrern in Sri Lanka

Die meisten Strecken während meiner Rundreise auf der Insel haben ich im Auto und einem einheimischen Fahrer zurückgelegt. In Kalutara ist ein Tuk Tuk (Autorikscha) als Transportmittel völlig ausreichend. Dabei atmet man aber auch ordentlich Abgase ein. Für Ausflüge nach Colombo und ähnlich weite Strecken werden auch teilweise Fahrten mit Tuk Tuks angeboten. Davon würde ich aber abraten.

Wer von Galle weiter südlich möchte, könnte zwar bis Matara den Zug nehmen. Uns wurde damals jedoch empfohlen ab Galle ein Taxi zu nehmen, weil dort offizielle Taxis stehen. Ab Matara seinen die Taxis deutlich teurer. Am Preis würde ich diese Entscheidung jedoch nicht allein festmachen. Zudem kostet das Ticket für den Zug nur wenige Cent, die Strecke Galle-Matara mit dem Auto ca. 25€. Wir sind in Galle leider an einen Fahrer geraten, dessen Auto sehr unbequem war. Wir wollten bis nach Yale im Süden der Insel. Über die gesamte Fahrt saß ich auf einem Eisenteil, dass sich schon durch das Polster gebohrt hatte. Gegen den Fahrer kann ich aber nicht sagen. Er war wie der Großteil der Menschen in Sri Lanka sehr freundlich.

Auf anderen Strecken der Reise hatten mein Mann und ich leider auch die Bekanntschaft mit eher riskant fahrenden Chauffeuren machen müssen. Ein anderer tippte über mehr als 150 km das Gaspedal immer nur an, sodass wir uns über die ganze Strecke in Schaukelbewegungen vorwärts bewegten. Einige Fahrer sprachen gut englisch, andere kaum. Alle waren freundlich, einige sogar sehr witzig und unterhaltsam. Besonders in Sigiriya hatten wir viel Spaß mit unserem Fahrer, der mit seinem Souzouki Swift geduldig in entlegende Bergregionen fuhr. Dabei musste er teilweise die Klimaanlage ausschalten, um die enormen Steigungen zu bezwingen. Auf den Fahrten unterhielten wir uns über das Leben in der Stadt und die Vorzüge von Lieferdiensten. Er hing uns an den Lippen, weil er sich einen solchen Service nicht annähernd vorstellen konnte. Er riet uns davon ab, eine Pizza in Sri Lanka per Lieferdienst bestellen zu wollen, weil das vermutlich Tage dauern würde.

Eher schlechte Erfahrungen haben wir mit Tuk-Tuk-Fahrern gemacht, die in Kalutara vor dem Hotel gewartet haben. Manchmal schien es, als hätten einige von ihnen getrunken. Außerdem waren sie oft aufdringlich in ihrer Verkaufsmasche. Etwas verwundert musste ich feststellen, dass dies aber die Fahrer sind, die gerufen werden, wenn über das Hotel nach einem Taxi gefragt wird. Sie äußerten Neid auf Hotelangestellte und hatten keinen Skrupel das 10-fache des üblichen Preises vorzuschlagen. Einen sehr freundlichen Tuk-Tuk-Fahrer haben wir am Bahnhof von Kalutara kennengelernt. Damals war es der Tag unserer Abreise 2015. Wir waren etwas reserviert, weil uns schon zu oft Touren angeboten wurden und es nur schwer war, das Gespräch zu beenden. Dieser Tuk-Tuk-Fahrer hatte uns angesprochen, weil er gesehen hatte, dass wir scheinbar mit einen betrunkenen Fahrer am Bahnhof ankamen. Wir unterhielten uns bis unser Zug nach Galle kam. Als wir am Abend wieder mit dem Zug in Kalutara ankamen, waren wir froh ihn zu sehen. Er fuhr uns die 2 km bis zum Hotel für nur 100 Rupien – ganz ohne verhandeln. Leider habe ich mir keine Kontaktdaten geben lassen, denn für eine Reise nach Sri Lanka, besonders bei Rundreisen, ist es mit guten Kontakten deutlich einfacher.

Auch wenn Einwohner und eben auch die Fahrer private Unterkünfte anbieten, war mir bisher immer das Hotel lieber. Es ist einfach zu verlockend, in einem 5-Sterne Hotel zu residieren und annähern so viel wie auf einem deutschen Zeltplatz zu zahlen.

Tipp im Umgang mit Tourangeboten von Beachboys

Fast jedes Gespräch beginnt mit „Where are you from?“ und „First time Sri Lanka?“. Darauf folgt „How long (do you stay in) Sri Lanka?“ Ganz wichtig ist, zu behaupten, man wäre nicht das erste Mal in Sri Lanka und auch nicht das erste mal in diesem Ort. Damit bist Du nicht mehr Freiwild und ersparst dir 50% dessen, was sonst angeboten werden würde. Sag anderen nie den (echten) Namen Deines Fahrers, wenn Du Deinen Fahrer magst! Wegen Neid kann es sonst durchaus zu Gewalt kommen. Du solltest aber behaupten, Du hättest einen Fahrer. Denk Dir einfach einen Namen aus, wie zum Beispiel Cham. Sag, er fährt Dich für 50 Rupien pro Kilometer. Das ist ein Preis den sonst nur Einheimische oder echte Freunde bekommen. Damit dürfte das Gespräch beendet sein, wenn es nur um den Verkauf einer Tour ging. Trotz der vielen Verkaufsgespräche kann ich Dir aber nur empfehlen, offen für die Menschen zu bleiben. Einige Gespräche mit Einheimischen erweitern den Horizont und geben einen neuen Blickwinkel aufs Leben. Diese Begegnungen machen den Urlaub unvergesslich.

Mein Empfehlung: Mihiranga als privater Fahrer

Fahrer in Sri Lanka: Kalutara Guide Mihiranga

Mihiranga ist 1988 in Sri Lanka geboren und wohnt im Süden von Kalutara. Nach 13 Schuljahren hat er eine Ausbildung zum Hotelfachmann begonnen und anschließend als Kellner angefangen. Bis vor Kurzem war er angestellt im Hotel Royal Palms Beach in Kalutara und hatte kürzlich erst eine Beförderung vom Kellner zum Restaurantleiter bekommen. Nebenbei hilft er einem Schwiegervater aus. Er verkauft Snacks wie geröstete Nüsse. Sein großer Traum ist aber schon länger, komplett selbstständig als Touristenführer zu arbeiten. Daher hat er Anfang 2019 alles auf eine Karte gesetzt, um nun als Guide und privater Fahrer zu arbeiten. Er ist verheiratet und seit 2018 glücklicher Vater eines süßen Jungen. Mihiranga spricht gutes bis sehr gutes Englisch und lernt gerade deutsch.
Mihiranga habe ich 2015 als Hotelangestellten kennengelernt. Obwohl der Großteil der sri-lankischen Bevölkerung sehr offen und kommunikativ ist, verstand ich mich mit Mihiranga besonders gut. Ein Grund dürften wohl seine für das Land überdurchschnittlichen Englisch-Kenntnisse sein. Zudem ist er unglaublich höflich. Auch wenn er in einer anderen Kultur aufgewachsen ist, habe ich viele gemeinsame Werte feststellen können. Es ist schwer jemanden wie ihn in Sri Lanka kennen zulernen. Er ist sehr fleißig und gewissenhaft. Außerdem ist er in vielerlei Hinsicht moderner als die meisten anderen Inselbewohner – abgesehen von jenen, die in Colombo wohnen. Er lebt in einfachen Verhältnissen, ist aber immer absolut professionell und würde nie Kunden um finanzielle Hilfe bitten.

Für kurze Strecken wie zum Wasserfall und andere Sehenswürdigkeiten in Sri Lanka steht ihm ein Tuk Tuk zur Verfügung, für weitere Strecken ein Auto. Mit einem Van kann er bis zu 5 Personen fahren, z. B. für einen Transfer vom Flughafen. Wie in Sri Lanka für die meisten Fahrer üblich, bietet er nicht ein festes Portfolio an Touren an. Vielmehr fährt er seine Gäste zu den Orten, die sie sehen wollen. Natürlich kann er auch etwas vorschlagen. Prinzipiell ist er aber wie die meisten Menschen in Sri Lanka aus Höflichkeit sehr zurückhaltend. Er kennt jedoch viele sehenswerte Orte.

Möchtest Du gern als Ansprechpartner und Fahrer in Sri Lanka besser kennen lernen? Dann schreibt ihm einfach eine Mail oder besuch seine Facebook-Seite. Auf der Kontaktseite findest Du auch seine Telefonnummer.

Kontaktdaten Fahrer Sri Lanka Mihiranga
Kontaktdaten Mihiranga

Dezember 2018